Mathias Stein

Für Kiel, Altenholz und Kronshagen im Deutschen Bundestag

20. April 2018

Termine im Bundestag und in Berlin
Praktikum im Bundestagsbüro — ein Bericht meines Praktikanten Laurenz Lindenau

Wenn man als Poli­tik­stu­dent jeden Tag mit dem fas­zi­nie­ren­den The­ma Poli­tik zu tun hat, dreht sich der eige­ne Kopf irgend­wann im Theo­ri­en­wirr­warr und man will her­aus­fin­den, wie es in der Pra­xis aus­sieht. Neben Poli­tik­wis­sen­schaft stu­die­re ich übri­gens Phi­lo­so­phie und dass an der Chris­ti­an-Albrechts-Uni­ver­si­tät zu Kiel. Ich, Lau­renz Lin­denau, habe mein Prak­ti­kum bei dem Kie­ler SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mathi­as Stein in zwei Zeit­ab­schnit­ten absol­viert: In der ers­ten Woche war ich im Büro des Wahl­krei­ses und in den rest­li­chen drei Wochen in sei­nem Abge­ord­ne­ten­bü­ro im Ber­li­ner Bun­des­tag zu Gast. Obwohl ich mir bereits jah­re­lang in der Theo­rie Wis­sen ange­eig­net habe, lern­te ich wäh­rend mei­nes Prak­ti­kums mehr über die poli­ti­sche Pra­xis, als wäh­rend mei­ner Stu­di­en­zeit. Man muss dazu jedoch auch sagen, dass der Schwer­punkt im Stu­di­um auf einer wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Aus­bil­dung liegt und nicht dar­auf, poli­ti­sche Pra­xis theo­re­tisch zu leh­ren. Des­halb war ein gewis­ses Vor­wis­sen von gro­ßem Vor­teil, bevor ich mit mei­nem Prak­ti­kum begann.

Den poli­ti­schen Betrieb in der Pra­xis zu erle­ben, ist dann aber noch ein­mal etwas ganz Ande­res, als in Lehr­bü­chern dar­über zu lesen. Wäh­rend mei­ner ers­ten Woche in Kiel habe ich bereits die Mög­lich­keit erhal­ten, vie­le span­nen­de Ein­bli­cke in den poli­ti­schen All­tag zu bekom­men. So beglei­te­te ich Mathi­as Stein bei sei­nem Orts­ter­min an der Schleu­se in Hol­ten­au, der sich dort ein Bild vom Hava­rie­scha­den mach­te und sich die geplan­ten Maß­nah­men erläu­tern ließ. Mir hat das vor allem gezeigt, wie wich­tig Inves­ti­tio­nen in den Kanal und die wei­te­re Infra­struk­tur sind, damit fle­xi­bel und schnell auf Aus­fäl­le reagiert wer­den kann. Der ste­ti­ge und inten­si­ve Aus­tausch mit Bür­gern war das, was mir wäh­rend mei­ner Tätig­keit in Kiel am meis­ten Freu­de berei­tet hat. Hier habe ich viel über aktu­el­le Pro­jek­te, Anlie­gen, aber auch Sor­gen und loben­de Wor­te von den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern erfah­ren. Die Zeit in Ber­lin jedoch war eine gänz­lich ande­re. Von Bür­ger­ge­sprä­chen ist man hier rela­tiv fern. Statt­des­sen wird Poli­tik für den Bür­ger gemacht. Beson­ders reiz­voll war es des­halb für mich, mit­zu­er­le­ben, wie die­se Poli­tik für den Bür­ger gemacht wird und wie viel Auf­wand hin­ter den Kulis­sen betrie­ben wird.

Der Arbeits­all­tag in Ber­lin besteht für den Abge­ord­ne­ten haupt­säch­lich dar­in, Ple­nar- und Aus­schuss-, und Arbeits­grup­pen­sit­zun­gen zu besu­chen und vie­le Fach­ter­mi­ne und Gesprä­che mit Inter­es­sen­ver­tre­tern und Fach­ex­per­ten zu füh­ren. Dane­ben muss der Abge­ord­ne­te sich natür­lich gründ­lich auf aktu­el­le poli­ti­sche Ter­mi­ne vor­be­rei­ten. Bei vie­len die­ser Ter­mi­ne war ich als stil­ler Beob­ach­ter dabei und erstell­te u.a. Pro­to­kol­le oder Memos zu den Tref­fen.

Beson­ders span­nend war es zudem für mich, mehr über das Arbeits­bild des wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­ters zu erfah­ren, der als zusätz­li­ches „Gehirn“ hin­ter dem Abge­ord­ne­ten dafür zustän­dig ist, dass der Abge­ord­ne­te auf alles gut vor­be­rei­tet wird. So sind hier Recher­che­auf­trä­ge und Pres­se­mit­tei­lun­gen schrei­ben kei­ne Sel­ten­heit, son­dern Tages­ge­schäft. Auch dazu habe ich wäh­rend mei­ner Prak­ti­kums­zeit aktiv bei­getra­gen. Beson­ders hat sich dabei die Betreu­ung durch die Sach­be­ar­bei­te­rin, Pame­la Eich­mann, sowie die wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­ter Magnus Bün­ning und Nadi­ne Brock­mann aus­ge­zeich­net. Sie über­tru­gen mir Auf­ga­ben, erklär­ten mir Zusam­men­hän­ge und orga­ni­sier­ten für mich die Teil­nah­me an Ver­an­stal­tun­gen und das jeder­zeit mit Geduld und im Detail. Für die­se herz­li­che Auf­nah­me im Kol­le­gen­kreis bin ich sehr dank­bar. Die vie­len Ter­mi­ne gemein­sam mit Mathi­as Stein haben mir eben­falls gro­ße Freu­de berei­tet, hier habe ich viel von Mathi­as gelernt und das stets in einer herz­li­chen Arbeits­at­mo­sphä­re.

Nor­bert Blüm sag­te ein­mal: „Wer in der Regie­rung sitzt, muss Brän­de sofort löschen. Die Oppo­si­ti­on kann über die Ver­bes­se­rung der Feu­er­wehr in Ruhe nach­den­ken.“ Nach mei­nem Prak­ti­kum weiß ich nun, dass ich die­sem Zitat nicht zustim­me. Als Abge­ord­ne­ter muss man näm­lich wäh­rend man Brän­de löscht, dar­über nach­den­ken, wie man die Feu­er­wehr ver­bes­sert.

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