Mathias Stein

Für Kiel, Altenholz und Kronshagen im Deutschen Bundestag

19. April 2018

Allgemein/Termine im Bundestag und in Berlin
Besuch beim Bauhof des Wasserschifffahrtamtes Berlin

Am 16. April habe ich den Bau­hof des Was­ser­schiff­fahrts­am­tes Ber­lin in Grün­au besucht. Zunächst stand ein Rund­gang über das Gelän­de auf dem Pro­gramm. Dabei wur­de das zen­tra­le The­ma der Was­ser­stra­ßen- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung – Per­so­nal- und Fach­kräf­te­man­gel – ein­mal mehr sehr deut­lich: Bei fast allen Tätig­kei­ten (vom Maler über den Maschi­nen­bau­er bis zum Tau­cher) gibt es zu wenig Per­so­nal. In der anschlie­ßen­den Teil­per­so­nal­ver­samm­lung habe ich mit den Beschäf­tig­ten über die Her­aus­for­de­run­gen der WSV ins­ge­samt aber auch über ihre kon­kre­ten Sor­gen, Wün­sche und For­de­run­gen dis­ku­tiert. Bis zur Wahl in den Deut­schen Bun­des­tag war ich selbst 25 Jah­re lang bei der WSV, vie­les, was die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen in Grün­au berich­tet haben, war mir daher auch aus mei­ner eige­nen Arbeit bekannt.

Vie­le Bau­wer­ke an deut­schen Was­ser­stra­ßen sind in kri­ti­schem Zustand – auch in Ber­lin -, weil in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten deut­lich zu wenig saniert und erhal­ten wur­de. Das lag in der Ver­gan­gen­heit auch an Geld­man­gel, die­ses Pro­blem haben wir heu­te nicht mehr. Die Fokus­sie­rung auf die neu­en Bun­des­län­der in den 1990er Jah­ren hat­te natür­lich auch den Neben­ef­fekt, dass im „alten“ Was­ser­stra­ßen­netz weni­ger inves­tiert wur­de. Der all­ge­gen­wär­ti­gen Fach­kräf­te­man­gel, aber auch durch die Nach­wir­kun­gen des per­so­nel­len Kahl­schlags der ers­ten Jah­re WSV-Reform unter schwarz-gelb sind aller­dings vor Ort immer stär­ker spür­bar. Dass bis­her trotz der Per­so­nal­si­tua­ti­on nur im Ein­zel­fall Bau­wer­ke wie Schleu­sen geschlos­sen wer­den müs­sen, liegt am groß­ar­ti­gen Enga­ge­ment der Beschäf­tig­ten.

Lei­der bekom­men die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter vor Ort aber nicht immer Rücken­wind aus der Gene­ral­di­rek­ti­on der WSV in Bonn. So wur­den bei­spiels­wei­se im Bereich des WSA Ber­lin bei­spiels­wei­se Schiffs­schleu­sen in Boots­schleu­sen umde­kla­riert, die Arbeit für die Beschäf­tig­ten vor Ort bleibt dabei die glei­che: Sie über­wa­chen, kon­trol­lie­ren und bedie­nen die Schleu­sen, stel­len die Betriebs­be­reit­schaft und -sicher­heit der Anla­ge sicher, regeln und über­wa­chen den Schiffs­ver­kehr und neh­men gewäs­ser­kund­li­che und schiffs­po­li­zei­li­che Auf­ga­ben wahr. Dabei sind sie auch zustän­dig bei (dro­hen­den) Hava­ri­en. Durch die Umde­kla­rie­rung zur Boots­schleu­se dür­fen an die­sen Schleu­sen aller­dings auch fach­frem­de Beschäf­tig­te ein­ge­setzt wer­den, die ers­tens nicht die glei­che fach­li­che Befä­hi­gung wie Schicht­lei­ter mit einer spe­zi­el­len Aus­bil­dung haben und zwei­tens mit der Ent­gelt­grup­pe 6 statt 8 auch deut­lich schlech­ter bezahlt wer­den. Neben feh­len­der Wert­schät­zung gegen­über der Arbeit von Schicht­lei­tern fol­gen aus der Umde­kla­rie­rung auch Pro­ble­me wie die unge­klär­te Fra­ge der Ver­ant­wor­tung bei­spiels­wei­se bei Hava­ri­en oder die Her­aus­for­de­rung, neu­es Per­so­nal zu fin­den, dass trotz gerin­ge­rer Bezah­lung und Wochen­end­ar­beit bereit ist, die­se Auf­ga­ben zu über­neh­men.

Fach­kräf­te­man­gel, Pro­ble­me bei der Nach­be­set­zung von Stel­len, Schwie­rig­kei­ten bei und nach Ver­ga­ben, Digi­ta­li­sie­rung der Arbeits­welt oder auch neue Anfor­de­run­gen für Umwelt­schutz, um nur eini­ge Punk­te zu nen­nen: die Lis­te Her­aus­for­de­run­gen für die Was­ser­stra­ßen- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung ist lang. Als zustän­di­ger Bericht­erstat­ter der SPD im Bun­des­tag möch­te ich in den kom­men­den Jah­ren dazu bei­tra­gen, dass wir die­se Her­aus­for­de­run­gen aktiv und mit kla­ren Ziel­for­mu­lie­run­gen ange­hen.

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